
Ihre Organisation hat einen Strategieprozess durchlaufen und einen neuen Weg nach vorne gefunden. Jetzt ist es an der Zeit, strukturelle Veränderungen umzusetzen und die Organisation hands-on zu transformieren. Das bedeutet neue Teams, klarere Rollen, andere Formen der Zusammenarbeit. Der Plan ist solide. Doch zwischen dem Organigramm und der gelebten Realität, wie Arbeit tatsächlich funktioniert, klafft eine Lücke. Genau in dieser Lücke scheitern die meisten Reorganisationen still und leise.
Studien zeigen, dass rund 70 % der Veränderungsinitiativen ihre Ziele nicht erreichen. Der Grund hierfür ist nicht einfach schlechte Planung. Traditionelle Planung deckt ab, was man auf ein Organigramm zeichnen kann: Berichtslinien, Rollen, Prozesse; grob geschätzt 10 % dessen, was eine Organisation ausmacht. Die anderen 90 %, wie Menschen wirklich koordinieren, wer was weiß, die Kultur, die alltägliche Entscheidungen prägt, bleiben unsichtbar, bis man sich bereits festgelegt hat. Danach werden Anpassungen teuer.
Wir haben playframe entwickelt, um diese unsichtbaren 90 % sichtbar zu machen, bevor die endgültige Festlegung erfolgt: um euch die zukünftigen Herausforderungen und Vorzüge neuer Strukturen und Prozesse erleben zu lassen.
playframe ermöglicht es, Ihre neue Struktur und die damit verbundenen Prozesse gegen Herausforderungen zu testen, die noch gar nicht eingetreten sind. Konzipiert als zweitägiger Workshop mit bis zu 100 Teilnehmenden, bietet es einen sicheren Rahmen, die Zukunft zu proben; um herauszufinden, was funktioniert, wo es hakt und was gestärkt werden muss, bevor viel auf dem Spiel steht.
So funktioniert es: Ihre Teams arbeiten in der neuen Struktur an ihrer tatsächlichen täglichen Arbeit weiter. In diesem Setting führen wir sorgfältig gestaltete Störungen ein (sogenannte "Störfälle") die jene Dynamiken sichtbar machen, die Organigramme nicht erfassen können. Eine Lieferverzögerung. Eine Schlüsselperson, die plötzlich ausfällt. Widersprüchliche Prioritäten zwischen Teams. Eine Kundeneskalation, die nicht sauber in den neuen Prozess passt.
Das sind keine abstrakten Übungen. Wir entwickeln die Störfälle gemeinsam mit unseren Kund:innen auf Basis ihrer Erfahrungen; daher sind sie real und relevant. Anschließend greifen wir auf, was sich zeigt (und formen es weiter): wie Entscheidungen tatsächlich zustande kommen, wo Koordination zusammenbricht, welche informellen Netzwerke sich als kritisch erweisen, wie Menschen unter Druck handeln.
Das Ergebnis: ein tiefes Verständnis dafür, was funktioniert, was nicht und wie die Struktur weiterentwickelt werden muss – all das, entdeckt in einem sicheren Umfeld statt auf die harte Tour gelernt. Noch wichtiger: Es adressiert einen bekannten Fehlermodus organisationaler Veränderung – wenn neue Strukturen von den Mitarbeitenden nicht akzeptiert und verinnerlicht werden, kehren Systeme zu ihren alten Strukturen und Mustern zurück und machen die Neugestaltung wirkungslos.
Lasst uns ein Beispiel teilen. Grabe Ingenieure ist ein Ingenieur- und Planungsbüro für technische Gebäudeausrüstung (Heizung, Kühlung, Sanitär, Elektrotechnik, Gebäudeautomation) mit rund 40 Mitarbeitenden.
Die Ausgangslage: Die Geschäftsführer wollten sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren, waren aber so stark ins Projektgeschäft eingebunden, dass ihnen kaum Zeit blieb, das Unternehmen weiterzuentwickeln. Die Führungsebene berichtete, dass die bestehende Struktur kein Wachstum ermöglichte – die Art, wie Teams organisiert waren, ließ es nicht zu, problemlos neue Projekte oder Kunden anzunehmen. Kund:innenakquise musste nebenbei passieren, eingequetscht zwischen anderen Anforderungen. Gleichzeitig zogen informelle Gewohnheiten die Geschäftsführer immer wieder ins Tagesgeschäft zurück. So wurden beispielsweise Entscheidungen, die Teams selbst hätten treffen können, aus Gewohnheit nach oben durchgereicht und beanspruchten die Aufmerksamkeit der Geschäftsführer.
Grabe entwickelte und implementierte daher eine neue Führungs- und Teamstruktur. Teamleiter:innen sollten echte Verantwortung übernehmen; Projekte besetzen, Kund:innenbeziehungen pflegen und Budgets verantworten. Teams sollten autonomer arbeiten und so viel wie möglich selbst bearbeiten, anstatt standardmäßig die Geschäftsführung zu konsultieren.
Der Entwurf traf ein echtes Bedürfnis. Aber würden die tieferen Muster der Organisation, ihre Kultur, ihre Gewohnheiten, ihre informellen Netzwerke, es tatsächlich tragen?
Hier kam playframe ins Spiel. Wir arbeiteten mit der Geschäftsführung zusammen, um Störfälle zu entwickeln, die auf die Realität von Grabe zugeschnitten waren. Diese "Störfall-Karten" wurden so gestaltet, dass sie verschiedene Themen und Herausforderungen ausgewogen abdecken; von Ressourcenallokation über HR bis hin zu Planung und mehr. Am ersten Workshop-Tag, während die Mitarbeitenden in der neuen Struktur an ihren regulären Projekten arbeiteten, führten wir die genannten Störfälle genau an den Stellen ein, an denen sie im echten Leben natürlicherweise auftreten würden. Ein Projektzeitplan, der sich unerwartet verdichtet. Ein Ressourcenkonflikt zwischen zwei Teams. Eine Kund:innenanfrage, die in keine der üblichen Kategorien passt.

Wir haben gemeinsam mit dem Kunden sorgfältig dokumentiert, wie die Organisation auf die Störfälle reagierte. Wie ging das Team mit seinen neuen Entscheidungsbefugnissen um? Wo setzten sich alte Gewohnheiten durch – Entscheidungen, die über vertraute Kanäle liefen, Menschen, die an Grenzen zögerten, die es gar nicht mehr gab? Wo hielt die Struktur stand, und wo musste sie gestärkt werden?
Am Ende des ersten Tages hatten wir ein Bild; nicht von der Struktur auf dem Papier, sondern davon, wie die Struktur gelebt wird.
Am zweiten Tag arbeiteten wir die Erkenntnisse gemeinsam durch. Einiges überraschte. Die Geschäftsführer hatten nicht erwartet, wie schnell ihre Teams Verantwortung übernahmen, oder wie selten jemand an ihre Tür klopfte, um Entscheidungen zu eskalieren. Gleichzeitig zeigten sich Lücken, die niemand vorhergesehen hatte: Wie sollten laufende Projekte übergeben werden, wenn sich Teamstrukturen ändern? Wer ist wofür an den Schnittstellen zwischen Teams zuständig? Wie greifen die neuen Teams auf Ressourcenplanung und -monitoring zu? Welche Regeln gelten, wenn Teams intern über Urlaubsanträge entscheiden?
Das waren keine "Fehler" und kein Scheitern der neuen Struktur, sondern eine spielerische Auseinandersetzung mit deren Möglichkeiten und Grenzen und damit genau das, wofür playframe gedacht ist. Am Ende verstanden die Mitarbeitenden von Grabe die neue Struktur anders: nicht als etwas Aufgezwungenes, sondern als etwas, das sie getestet, hinterfragt und mitgestaltet hatten.

Jede Organisation, die strukturelle Veränderungen erwägt, steht vor derselben Unsicherheit: Wird das tatsächlich funktionieren, wenn es auf die Realität trifft?
Wie zu sehen ist, macht playframe sichtbar, was Planung nicht kann:
Mitarbeitende von ihren täglichen Aufgaben und Projekten abzuziehen, kann teuer sein. Das playframe-Format ist jedoch fest in realer Arbeit verankert. Statt alle in einen Konferenzraum für hypothetische Szenarien zu holen, erzeugt playframe eine Art Zeitraffer, in der Ihre Mitarbeitenden Dynamiken begegnen, die ansonsten Monate bräuchten, um aufzutauchen, aber innerhalb von Stunden sichtbar werden. Und die ganze Zeit über arbeiten sie an echten Aufgaben und bleiben bei echten Ergebnissen.
Da Ihre Mitarbeitenden Teil dieses Prozesses sind, verstehen sie die neue Struktur nicht nur intellektuell. Vielmehr werden sie spüren, wie sie funktioniert, mitgestalten, was daraus wird, und sie so zu einer "gelebten" Struktur machen.
playframe ist besonders nützlich, wenn ihr eine neue Strategie verfolgt und eine neue Struktur entwerft, aber eine Kluft zwischen dem Plan und der tatsächlichen Funktionsweise Ihrer Organisation spürt. Vielleicht seid ihr euch versteckter Dynamiken bewusst; informelle Netzwerke, kulturelle Muster, Koordinationsgewohnheiten, die die Veränderung still und leise untergraben könnten und zu stockenden Entscheidungen, brüchiger Koordination und Teams führen, die trotz des neuen Designs in alte Muster zurückfallen. Bis diese Probleme von selbst an die Oberfläche kommen, habt ihr bereits Monate, Vertrauen und Momentum verloren.
playframe ist eine kleine Vorabinvestition, um all das zu verhindern und stattdessen Ihren Mitarbeitenden die Chance zu geben, die Veränderung zu erleben und mitzugestalten, statt sie nur hinnehme zu müssen.
Wenn ihr strukturelle Veränderungen einführt und wissen wollt, ob sie tatsächlich halten, freuen wir uns über ein Gespräch.
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